"Nur wer für die Juden schreit, darf auch gregorianisch singen", sagte Dietrich Bonhoeffer, doch im November 1938 schrien die Glocken nicht, noch schwiegen sie, um so wenigstens ein Zeichen der Solidarität mit den jüdischen MitbewohnerInnen und ihren zerstörten Synagogen zum Ausdruck zu bringen. Sie läuteten wie immer, und so machten sie es leicht, weiterzugehen, vorbei an zerstörten Geschäften, zu übersehen, dass der Nachbar verhaftet worden war, wegzublicken von den noch rauchenden Trümmern der Synagoge.

Dieses Jahr begehen wir den 70. Jahrestag der Pogromnacht. Es wäre an der Zeit, ein Zeichen zu setzen, ein Läuten tönen zu lassen, das es schwer macht, weiterzugehen und wegzusehen.

Prof. Meir Schwarz
 










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